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2010er Jahre: genossenschaftlicher Wohnungsbau wieder hoch im Trend

Das neue Jahrzehnt beginnt mit einer Katastrophe: Am 12. Januar 2010 reisst ein Erdbeben in Haiti schätzungsweise 300'000 Menschen in den Tod, 1.2 Millionen werden obdachlos. Im März 2011 bebt die Erde erneut und verursacht in Fukushima (Japan) eine Nuklearkatastrophe. Auf dem europäischen Kontinent ist der Beginn des neuen Jahrzehnts von der Staatsschuldenkrise geprägt. Länder wie Griechenland, Spanien oder Italien haben mit schwerwiegenden Haushalts­defiziten und in der Folge mit hoher Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Ihre grösste Belastungsprobe erleben die EU-Staaten jedoch am 23. Juni 2016: 52 Prozent der Briten stimmen für einen EU-Austritt, dessen Folgen noch nicht absehbar sind. Doch die Welt rückt auch näher zusammen und verbindet sich über soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und Google+, die bei ihren Mitgliedern die 1-Milliarde-Marke durchbrechen.

 

Aus wochenlangen Massenunruhen in Tunesien entfacht sich im Verlauf des Jahres 2011 ein Flächenbrand, der zu Aufständen in weiten Regionen Nordafrikas sowie dem Nahen Osten führt. So kommt es in Tunesien, Ägypten, Libyen und im Jemen zu Umstürzen oder Rücktritten, während die Unruhen in Syrien in einen bis heute andauernden Bürgerkrieg münden. Immer mehr Menschen machen sich auf den Weg über das Mittelmeer nach Europa, was zu einer europaweiten Flüchtlingskrise führt. Mit den verheerenden Anschlägen in Paris, Brüssel und Nizza fasst der Terror des so genannten Islamischen Staates (IS) auch in Europa Fuss und bewirkt, dass sich Millionen von Menschen mit dem ungebeugten Willen, für eine freie Gesellschaft einzustehen, in Kundgebungen und auf dem Internet zusammenfinden.

 

Die europäische Staatsschuldenkrise und die damit verbundene Schwäche des Euro geht nicht spurlos an der Schweiz vorbei. Am 6. September 2011 legt die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Euro-Franken-Mindestkurs auf CHF 1.20 fest, da «die gegenwärtig massive Überbewertung des Schweizer Frankens eine akute Bedrohung für die Schweizer Wirtschaft darstellt». Am 15. Januar 2015 hebt sie den Mindestkurs völlig überraschend wieder auf und löst damit den sogenannten «Frankenschock» aus. Das Wirtschaftswachstum verlangsamt sich von 1.9 Prozent im Jahr 2014 auf 0.9 Prozent im Jahr 2015 und führt nicht nur in der Schweizer Exportwirtschaft zu steigenden Arbeitslosenzahlen.   

 

In einer Zeit, die «ausser Rand und Band» scheint, wird das Zuhause als sicherer und erschwinglicher Rückzugsort immer wichtiger. Im November 2011 beschliessen die Stimmberechtigten der Stadt Zürich mit 76 Prozent Ja-Anteil, dass der Anteil gemeinnütziger Wohnungen von rund einem Viertel bis ins Jahr 2050 auf einen Drittel steigen soll. Auch für die Baugenossenschaft Letten ist es das zentrale Anliegen, erschwinglichen Wohnraum für zukünftige Generationen sicherzustellen. Sie setzt sich zu Beginn des Jahrzehnts drei wesentliche Ziele auf die Agenda: die Erstellung einer 25-Jahre-Planung in Form eines Bauleitbildes, die Prüfung einer Zusammenarbeit mit kleineren Genossenschaften und die Konsolidierung wie auch Optimierung des Erreichten.

 

Viel Zeit und Engagement nehmen die Arbeiten für das Bauleitbild – die Festlegung der auf lange Sicht geplanten Erneuerungs- und Sanierungsaktivitäten –  in Anspruch. Schliesslich wird es im Jahr 2013 von der Generalversammlung definitiv verabschiedet. Doch wie es der Präsident der Baugenossenschaft Letten in weiser Voraussicht in seinem Vorwort formuliert, ist «nichts in Stein gemeisselt». Zwei Jahre später muss der zeitliche Ablauf aufgrund einiger Auflagen der revidierten Bau- und Zonenordnung der Stadt Zürich und einer dringlich werdenden Aussensanierung der Liegenschaft Hotze angepasst werden.

 

Ein konkretes Projekt, mit einer kleineren Genossenschaft den Weg gemeinsamen zu gehen, scheitert. Doch die Baugenossenschaft Letten bleibt gegenüber sich bietenden Expansionsmöglichkeiten weiterhin offen und wird ihre diesbezüglichen Bestrebungen weiter vorantreiben. Dank einer geschickten Festhypotheken-Politik und einem hohen Kostenbewusstsein präsentieren die Finanzen ein grundsolides Bild bei steigendem Dienstleistungsangebot. So wird 2014 eine neue Abteilung «Dienste» geschaffen, deren Vertreterin sich in äusserst geschätzter Art und Weise um die sozialen Anliegen der Mieterinnen und Mieter kümmert. Auch die Optimierung der internen Abläufe und damit verbunden die Weiterbildung sämtlicher Mitarbeitenden zahlt sich aus. So geht es im laufenden Jahrzehnt vor allem darum, Erreichtes zu festigen und – wo noch erforderlich – zu optimieren.

 

«Im letzten Jahr sind in der Stadt Zürich 1321 kommunale und genossenschaftliche Wohnungen entstanden. Das sind so viele wie seit 1950 nicht mehr.»

Adi Kälin, «Neuer Bauboom bei Genossenschaften – Der dritte Frühling der Zürcher Baugenossenschaften», NZZ, 20. Mai 2016

 

News

Generalversammlung

Freitag 25. Mai 2018
Freitag 03. Mai 2019
   

Bis auf Weiteres nehmen wir keine Wohnungsanmeldungen entgegen.

 

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