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Die 60er Jahre: Aufforderung zum Abtausch unterbesetzter Wohnungen

Die weltpolitische Situation verschärft sich zusehends. Die Gegensätze zwischen Ost und West gipfeln 1961 im Bau der Berliner Mauer. Die Ermordung des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy am 22. November 1963 erschüttert die ganze Welt. Die Schweiz erlebt in allen Wirtschaftszweigen eine ungeahnte Hochkonjunktur, die nicht nur das Wirtschaftswachstum, sondern auch die Teuerung anheizt.

 

Zur Bewältigung der Aufträge beschäftigt die Industrie mehr Gastarbeiter denn je. Der Bundesrat sieht sich 1964 veranlasst, zur Bekämpfung der Überfremdung und Teuerung Konjunkturdämpfungsmassnahmen in Form eines Bau- und Kreditbeschlusses einzuleiten. Diese Massnahmen zeigen jedoch nur in beschränktem Masse die erhofften Wirkungen und vermögen die Teuerung nicht zu stoppen. Obwohl die Wohnbauproduktion 1969 auf Rekordhöhe ansteigt, stehen in der Stadt Zürich nur sehr wenige und relativ teure Wohnungen frei. Die Baugenossenschaft gelangt deshalb wiederholt an ihre Mieterinnen und Mieter von unterbesetzten Wohnungen mit der Bitte, diese durch Abtausch mit kleineren Wohnungen für Familien mit Kindern zur Verfügung zu stellen.

 

Durch den Bau von Kleinwohnungen an der Rousseaustrasse 48 wird Raum geschaffen, um zusätzlich unterbesetzte Wohnungen freizugeben. Die anhaltende Teuerung mit stetig steigenden Hypothekarzinssätzen macht es der Baugenossenschaft unmöglich, Mietzinserhöhungen zu vermeiden. Um die Auswirkungen der steigenden Hypothekarzinsen in einem erträglichen Rahmen zu halten, beschliesst die Generalversammlung 1969 eine Erhöhung des Anteilscheinkapitals. Dadurch kann das Eigenkapital in ein günstigeres Verhältnis zum Fremdkapital gebracht und eine vernünftige Mietzinspolitik sichergestellt werden.

 

«Der letztjährige Wunsch an unsere Einzelmieter in Dreieinhalb- und Vierzimmer-Wohnungen sei nachdrücklich wiederholt, sie möchten sich freiwillig bereit erklären, durch Abtausch in kleinere Wohnungen umzuziehen, damit Familien mit Kindern der notwendige Wohnraum zur Verfügung gestellt werden kann. Der Vorstand hofft zuversichtlich, von unliebsamen, ihm widerstrebenden Zwangsmassnahmen absehen zu können.»

Baugenossenschaft von Staats-, Stadt- und Privatangestellten von Zürich, Geschäftsbericht und Jahresrechnung 1969, Im Namen des Vorstandes: W. Vogel und K. Zürcher 

 

News

Generalversammlung

Freitag 25. Mai 2018
Freitag 03. Mai 2019
   

Bis auf Weiteres nehmen wir keine Wohnungsanmeldungen entgegen.

 

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